Beobachte und interagiere

Blinder Aktivismus – den sollte es in der Permakultur eigentlich nicht geben. Das oberste Gestaltungsprinzip setzt die erschöpfende Naturbeobachtung bzw. ausführliche Untersuchung der Gegebenheiten vor die Umsetzung von Plänen.

Sammle und speichere Energie

Alles um uns herum ist Energie. Es ist eine physikalische Tatsache, dass auch die uns umgebenden Stoffe und Körper manifestierte, gespeicherte Energie sind. Die Nutzbarkeit dieser Energie ist für uns Menschen begrenzt, sammle deshalb Ressourcen, wenn sie reichlich vorhanden sind – ganz nach dem Motto »Spare in der Zeit, so hast du in der Not!«.

Erziele eine Ernte

„Stelle sicher, dass dein Handeln einen Zuwachs erzeugt.“ So wie die Pflanze durch die Photosynthese einen Zuwachs, eine Ernte hervorbringt, soll permakulturelles Handeln zu Win-Win-Win Situationen führen, bei denen es allem besser geht, der Welt, der Lebensgrundlage Erde, der Gemeinschaft aller Menschen, Tiere, Pflanzen und dem Einzelnen.

Nutze Selbstregulierung und Feedback

In natürlichen Systemen balancieren Rückkopplung und Regulation aus bei Gefährdungen von außen und  Fehlentwicklungen innerhalb des Systems.  In vom Menschen ge­schaff­enen Systemen führt Feedback und laufende Anpassung zu dieser Resilienz. So wird das System stabil und kommt in die Dauerhaftigkeit.

Nutze und schätze erneuerbare Ressourcen und Services

Die Natur ist voller Geschenke. Mit klugem Blick geschaut, können wir den Reichtum erkennen und nutzen. Dabei unterscheiden wir zwischen endlichem, begrenzt Vorhandenem und der Fülle dessen, was im Überfluss vorhanden ist und immer wieder neu entsteht.

Produziere keinen Abfall 

»Jeder Abfall ist eine ungenutzte Ressource«, formulierte Permakultur-Begründer Bill Mollison. Wir sollten die Entstehung solch ungenutzter oder nicht nutzbarer Produkte vermeiden. Das englische Permakultur-Motto »Refuse, reduce, reuse, repair, recycle!« bietet uns einige Strategien, mit »Müll« umzugehen.

Gestalte erst Muster, dann die Details

Was ist es, was das Ganze im Inneren zusammenhält? Wenn es Klarheit und Übersicht über das Ganze gibt, fügen sich die Details wie von selbst sinnvoll ein. Sie stören nicht das Muster wie ein Webfehler. „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.“

Integriere eher als zu trennen

Schenke den Beziehungen zwischen den Dingen deine Aufmerksamkeit. Wenn die Energie im System „im Flow“ ist, fühlt es sich leicht an und geht wie von selbst. Wenn etwas stört, versuche es zu integrieren. Oft macht die Störung deutlich, wo etwas nicht ausgereift ist und das System einen schwachen Punkt hat.

Nutze kleine und langsame Lösungen

Ein langsames Vorgehen beinhaltet die Chance, zu laufender Kurskorrektur, um das Ziel nicht aus dem Blick zu verlieren und achtsam mit Vorhandenem umzugehen. Es ist sinnvoll, nicht über das Maß hinauszuschießen, sondern besteht die Gefahr der Überforderung.

Nutze und schätze die Vielfalt

Eine der Überlebensstrategien in der Natur ist die fortlaufende Anpassung an besondere, außergewöhnliche Bedingungen, z.B. die des Schnabels eines Kolibris exakt an die Form der Blüte. Je diverser ein System zusammengesetzt ist, desto stabiler ist es in der Gesamtheit. So ist Biodiversität ein zentrales Anliegen in der Permakultur.

Nutze die Randzonen und schätze das Marginale

Randzonen sind Bereiche des Übergangs von einer Qualität zu einer anderen. Sie sind von besonderem Wert, weil sich hier Fenster zu etwas Neuem öffnen können, das von Trends und Gewohntem abweicht. Am „Rande“ unserer bewussten Wahrnehmung findet sich „Marginales“, was häufig übersehen wird, aber so eminent wichtig sein kann, wie das Salz in einer Suppe.

Nutze Veränderung und begegne ihr mit Kreativität

Veränderungen sind unvermeidbar und häufig lassen sich innerhalb des Gewohnten keine guten Lösungen finden. Laden wir die Kreativität ein, kommt es manchmal zu Quantensprüngen in der Entwicklung und in ablaufenden Prozessen.