Wildpflanzen Biotop

Heimisches Wildpflanzen Biotop

Auf dem Permakulturpark entsteht ein heimisches Wildpflanzenbiotop. Darin sind Bäume, Sträucher, Stauden, Blumen und Kräuter enthalten die heimischen
Ursprungs sind.

Was jedoch bedeutet genau heimische Wildpflanzen?
Unter Wildpflanzen verstehen wir alle Arten, die frei in der Natur vorkommen und sich dort eigenständig, also ohne menschliches Zutun, verbreiten und erhalten. Während wir unter heimischen Wildpflanzen indigene und archäophytische Arten unserer Heimat verstehen.

Indigene Arten sind diejenigen, die schon seit Uhrzeit, also seit Hunderttausenden von Jahren, hierzulande wachsen, mindestens jedoch seit der letzten Eiszeit. Dazu zählen z.B. gemeine Scharfgarbe oder Waldgeißblatt.

P1100962Archäophytische einheimische Wildpflanzen sind ursprünglich gebietsfremde Pflanzen, die bereits zu historischen Zeiten zu uns kamen (z.B. zu Beginn des Ackerbaus in der Jungsteinzeit). Beispiele hierfür sind Färberkamille oder Moschusmalve. (Siehe Witt/Natur
für jeden Garten S. 24)

Heimische Wildpflanzen werden von den hiesigen Insekten, Vögeln und Wildtieren als unermesslich wichtige Lebensquelle benötigt. Während gezüchtete Pflanzenarten von den heimischen Lebewesen oft verschmäht werden, bietet eine heimische Wildpflanze oft für über 30 verschiedene Lebewesen eine Futterquelle.

Durch das Wildpflanzenbiotop auf dem Permakulturpark werden Lebensräume für unzählige Insekten, Schmetterlinge, Kleintiere, wie z.B. Igel und Eidechsen, und Vögel geschaffen. Das verschiedenartig gestaltete Mikroklima sorgt für die Erschaffung von großer Artenvielfalt auf engem Raum, da sich in den unterschiedlichen Kleinklimabereichen verschiedenartige Populationen ansiedeln.

Die für das Biotop ausgewählten Pflanzen werden über einen großen Teil des Jahres Blütenpracht liefern, damit auch die frühstartenden Insekten, die wie die Hummel als erste im Frühjahr auf Futtersuche gehen, bei uns genug Nahrungsquellen finden und bis in den späten Herbst noch Nahrung vorhanden ist.

Aufbau des Biotops

Durch Wildhecken, bestehend aus einer Etagenschichtung (Baum, Strauch, Staude, Blume, Kraut) und sich darin befindende Stein und Totholzhaufen, werden viele verschiedene Lebensräume begründet. Abgestorbenes Holz bietet durch seine löchrige Struktur Lebensräume für Insekten und gibt ihnen Möglichkeiten zur Eiablage. Außerdem bieten aufgehäufte Holzhaufen für Vögel und Kleintiere, Brut und Unterschlupfmöglichkeiten. Während die Vorderseite der Hecke mit sonnenliebenden Pflanzen bepflanzt wird, soll die hintere Seite mit schattenliebenden Pflanzen versehen werden. Zwischendrin wird es Stauden geben und die unterste Schicht wird aus bodendeckenden Pflanzen und Kräutern bestehen.

CIMG6698Aber auch für den Menschen wird gesorgt. Viele der Wildstauden, Blumen und Kräuter werden Heilpflanzen sein. Es wird Bäume mit essbaren Früchten (z.B. Mispeln und Kornelkirschen) und alte Rosensorten mit nahrhaften Hagebutten für Mensch und Tier geben. So wird das Biotop nicht nur zu einer Quelle für Artenvielfalt sondern auch zu einer Entdeckungsreise für kleine und große Naturforscher.

Vor der Hecke bieten mehrere Wildstaudenbereiche mit Wildblumen-Einsaaten und eine Wildblumenwiese üppiges Schmetterlingsraupenfutter und genug zu naschen für verschiedenste Bienenarten. Kleine Feuchtareale mit Feuchtgraben, Sumpfbeet und kleinen Teichen werden Raum für feuchtigkeitsliebende Pflanzen und Tiere bieten.

Steine werden in den verschiedensten Bereichen genutzt um Steinhaufen, Trockenmauern, Wege, Sitz- und Klettermöglichkeiten zu formen. Steine dienen als Wärmespeicher und laden dadurch Wärme liebende Insekten, Pflanzen und Kleintiere ein, dort ihre Wohnräume aufzubauen.
Das Erschaffen von verschiedenen Kleinklima-Bereichen kann weiterhin auch durch die Bearbeitung der Bodenstruktur erreicht werden. Der Boden kann abgemagert und nährstoffarm gemacht werden, so dass für Trockenheit liebende Stauden Entwicklungsraum geboten ist. Bei Wildpflanzen ist es – im Unterschied zum Gemüseanbau – oft angemessener magere Standorte zu haben, da sich Wildpflanzen auf Magerböden am besten entwickeln können. Ausgenommen davon sind Gehölze und Rosenpflanzungen sowie einige Nährstoff liebende und Feuchtigkeit brauchende Pflanzen.

Allen ist aber gemein, dass sie in einem Unkraut freien Boden am besten anwachsen.
Deshalb ist das Herstellen eigener Bodenmischungen und das Aussieben der vorhanden Böden ein wichtiger Bestandteil der Arbeit im Wildpflanzen Biotop.

Elemente und Material

Das Wildpflanzen Biotop wird auf zwei Flächen von jeweils 1200 m ² (zusammen 2400 m²) zwei Ballungsräume haben.

Zusätzlich werden auf dem gesamten Permakulturpark- Gelände (8 ha) punktuell kleinere Wildpflanzen Biotope entstehen. Sie werden in die schon vorhandenen Elemente wie z.B. Sonnenfalle integriert, so dass sie das schon vorhandene System unterstützen.

AckeleiSolche Biotope sind Brutstätten der Biodiversität. Sind sie in einem kleinen Areal vorhanden und stabil, unterstützen sie das gesamte umliegende Umfeld darin wieder in ein eigenes natürliches Gleichgewicht zu kommen.

Um die Biotopgestaltung vorzunehmen werden verschiedene Elemente benötigt wie z.B. Sand, Kies, Steine, Unkraut freier Kompost, Lehm, Bäume, Sträucher, Stauden, Blumen und Kräuter.

Hierbei beziehen wir ökologisches Saatgut und vorgezogene Pflanzen aus biologischem Anbau. Auch die anderen Materialien wollen wir aus der näheren Region beziehen, um Transporte aus dem Ausland zu vermeiden.

Der Gestaltungsprozess soll sich über einen Zeitrahmen von drei Jahren erstrecken und
langsam auf dem Permakulturparkgelände aussweiten.